Fast geschafft!

Die VBG ist ein unprofessioneller Dorfverein aus der Schaffhauser Provinz. Woran man das merkt? Nun, da wär als Erstes die Tatsache, dass die Heimfestung Zimmerberg an unserem Spieltag von ein paar Nerds für eine LAN-Party besetzt wird. Deshalb musste zum wiederholten Male in die Munothalle ausgewichen werden. Zweitens: Der Materialtransport von Beringen nach Schaffhausen (Netz, Bälle etc.) funktionierte dabei trotz Whatsapp-Gruppenchat nicht einwandfrei. Schlussendlich hatten wir drei Autos für ein kleines Häufchen Material. Diese Amateurhaftigkeit unterstreicht der Fakt, dass sich die Mannschaft 15 Minuten zu früh auf diesem Hügel da in Schaffhausen versammelt hat. Die Halle war noch geschlossen. Immerhin reichte diese Viertelstunde für Miggi einen Ball auf Nimmerwiedersehen auf das Dach der Turnhalle zu verabschieden. Ebenfalls Laienhaft war die Vorbereitung auf das Spiel. Aber das ist nichts Neues. Diese Woche glänzten zwei Akteure mit Abwesenheit, weil sie im Skilager den berühmten Pizoldrachen bezwingen mussten. Ein entscheidender Punkt macht aber die VBG definitiv zum Feld-, Wald- und Wiesensportverein: Unser Trainer schmeisst sich erst nach dem Spiel in Schale. Spätestens seit Di Matteo und Guardiola weiss man doch, dass es zum guten Ton gehört, im Anzug an der Seitenlinie zu stehen!

Gute Nachrichten gab es dann beim Einspielen. Basils Knie funktionierten wieder. Das brachte den Coach ins Rotieren. Der wusste nun definitiv nicht mehr, welche Zahlen er auf seinen Lottozettel schreiben sollte. Kurz vor dem Einschlagen war dann klar: Fränky setzte auf die 4, 5, 7, 8, 10, 11 und als Zusatzzahl die 14. Ob es damit was zu gewinnen gab? Falls ja: Wir könnten eine neue Kaffeemaschine für die Festbeiz brauchen.

Wie es die VBG halt so tut, liess man den Gegner (VBC Laufen, übrigens) punktemässig davon ziehen. Erst gegen Ende des Satzes bemühten sich die Klettgauer Mannen auf Touren zu kommen. Glücklicherweise reichte das noch knapp um den Satz zu gewinnen: 25:23.

Trotz Warnung des Übungsleiters genau das nicht zu tun, liessen wir auch im Zweiten Laufen davonlaufen. Dabei sollte unser Coach doch eigentlich froh sein, wenn wir endlich einmal einen „game plan“ konsequent durchziehen. Leider übertrieben wir es ein bisschen. Die Basler entwischten unserem Sichtfeld. Erst der Wechsel mit Basil rein und Dömi raus brachte die ersten Punkte. Nun agierte Miggi als Ballverteiler. Der zwischenzeitliche Rückstand von sieben Punkten konnte noch auf drei verringert werden. Allerdings ging dieser Durchgang verdient mit 21:25 an Laufen. Highlight des Satzes: Die gelbe Karte an die Adresse von Trainer Frank. Grund: War auf Kaffee-Entzug und tanze wohl deshalb schlimmer als John Travolta in Grease die Linie auf und ab.

In eindrücklicher Lernresistenz gönnte man auch im dritten Satz den Jungs aus Laufen einen kleinen Vorsprung. Diesmal machten es die VBGler aber besser. Neu mit Jonas auf der Diagonalen, Basil über aussen und mit Capitano Miggi am Pass konnte schlussendlich ein 25:21 Satzgewinn eingefahren werden. Beide Teams glänzten mit Schwächen in der Annahme, glücklicherweise verfügte die VBG über die grössere Angriffspower. Besonders unfair in diesem Satz: Basil war nicht nur schönster sondern auch bester Mann. Das lässt über den Fakt hinwegsehen, dass er fünf(!) Anläufe benötigte um einen Service übers Netz zu bringen.

Nun war klar, dass der „Sack zugemacht“ werden musste. Darum kamen nochmals die gleichen sechs Spieler aufs Feld wie im vorhergehenden Satz. Siegessicher wurde der Satz dann auch gestartet. So sicher, dass sich sogar der Mittelblocker zu einem Rückwärts-Pass auf einen Rückraum-Angriff hinreissen liess. Leider wurde dann Arturs Ball draussen gegeben. Dabei war der Ball mehr „drauf“ als der Letten im Sommer ‘94. Die schlechte Leistung in der Annahme kohärierte mit der Leistung unseres Liberos. Die ihm zur Pause angedrohte Straf-Beschallung mit Musik von Hansi Hinterseer wirkte Wunder. Aber da Abnehmen eh nicht Capos stärke ist, konzentrierte er sich auf die Feldverteidigung. Und wie! Mit seinen Paraden rette er in der Crunch-Time den Satz und schlussendlich den Sieg für die VBG; 25:22 und 3:1.

Mathematik-Lappen wie wir sind, hatten wir dann nach dem Spiel einen Moment um herauszufinden, wie viele Punkte noch nötig sind zum Ligaerhalt. Der Rechenschieber zeigte 2 an. Das könnte passen. Darum ist auch das Motto für das Spiel gegen Lütri-Lavabo schon klar: Wir wollen gewinnen, alles andere ist primär! Bis dahin sind wir aber noch beschäftigt. Ein Kleinbus für die Auswärtsfahrt nach Lausanne und eine neue Kaffeemaschine fürs nächste Heimspiel (mit Apéro!) müssen organisiert werden…

Bilder hat es hier -> mraess.smugmug.com

Telegramm:

VBG Klettgau – VBC Laufen 3:1 (25:23, 21:25, 25:21, 25:22)

2 – Raphi / 4 – Matej / 5 – Artur / 7 – Domi / 8 – Mogge / 9 – Basil / 10 – Joni / 11 – Miggi / 14 – Capo / HC – Frank